Die Trilobiten-Diät

Eine digitale Rekonstruktion des Darminhalts des Trilobiten
Trilobiten nehmen einen besonderen Platz im Fossilienbestand der Erde ein und markieren den Beginn der kambrischen Explosion und die rasante Diversifizierung und Weiterentwicklung des Lebens. Dennoch ist vieles über diese Lebewesen noch unbekannt – ihre harten Außenschalen versteinerten leicht, sodass ihr Innenleben oft schlecht erhalten blieb. Nun hat ein schnell versteinerter Bohemolichas incola Einblicke in eine grundlegende Lebensfunktion der Trilobiten gegeben: ihre Ernährung. Bislang spekulierte man über die Essgewohnheiten der Trilobiten anhand der physischen Überreste der Exemplare; nun wurde erstmals tatsächlich Nahrung in einem Fossil konserviert – ein Fortschritt im Verständnis dieser Lebewesen.
Das Trilobitenexemplar wurde in der Šárka-Formation in Tschechien gefunden, eingeschlossen in einem Kieselknollen. Der betreffende Trilobit wurde kurz nach seiner letzten Mahlzeit schnell vergraben und konserviert, wodurch nicht nur das Tier, sondern auch sein Darminhalt erhalten blieb. Sein Verdauungstrakt ist mit versteinerten Überresten von Muschelkrebsen und anderen kleinen Krebstieren ausgekleidet, was auf Aasfresserverhalten dieser Gattung hindeutet. Anhand der Anzahl und Platzierung der Schalen im Exemplar können die Autoren der Studie über die Form des Verdauungstrakts und der übrigen inneren Anatomie spekulieren, die nicht ebenfalls versteinert.
Ein Phacops -Trilobit (Quelle: Thomas Bresson)
Das Verständnis des Verdauungstrakts des Trilobiten ermöglicht uns wiederum, die restliche Anatomie des Tieres zu verstehen. Um die offenbar recht großen Verdauungskammern des Tieres auszugleichen, benötigte der Trilobit lange und robuste Gliedmaßen, um sich effektiv fortbewegen zu können. Die gut erhaltenen Minifossilien im Darm des Trilobiten deuten zudem auf einen neutralen pH-Wert hin, da ein hoher Säuregehalt die Überreste seiner Beute zersetzt hätte. Diese Merkmale lassen sich wiederum mit den heute lebenden Gliederfüßern vergleichen und ermöglichen so die Rekonstruktion der evolutionären Verbindungen zwischen den Tieren.
Diese Entdeckung ermöglicht uns viel über Trilobiten zu erfahren, nicht nur über ihre Verdauungsfunktionen, sondern auch über ihre gesamte Anatomie und die Evolution ihrer heute lebenden Vorfahren. Trilobiten gehören mit 20.000 dokumentierten Arten zu den am besten rekonstruierten Fossilien überhaupt. Bisher war jedoch vieles über ihre Ernährung nur Spekulation. Dank dieses außergewöhnlichen Fossils verstehen wir diese urzeitlichen Meeresbewohner nun besser.
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